| Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung 02.11.2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 4 Änderungsanträge Landtagswahlprogramm |
| Antragsteller*in: | Diana Siebert (KV Köln) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 25.10.2026, 22:52 |
ÄA-15: Keine Segregation im Klassenzimmer – Konfessionell ungebundene Schule als Regelschule
Antragstext
WP-03 Ein Land der Chancen (Schule) Zielzeilen: 526–531
Wir beenden die religiöse Segregation im Klassenzimmer. Das historisch überholte
Konstrukt der staatlichen Bekenntnisgrundschulen in Nordrhein-Westfalen wird
restlos abgeschafft. Wir setzen keine faulen Kompromisse um, sondern wandeln
alle staatlichen Bekenntnisschulen in konfessionell ungebundene, staatliche
Gemeinschaftsschulen als verbindliche Regelschule des Landes um. Die
religionsneutrale Schule für alle darf in NRW nicht länger ein Lippenbekenntnis
bleiben, sondern muss endlich zur gesetzlichen Realität werden. Nur eine von
religiösen Profilen und kirchlichen Privilegien vollständig ungebundene Schule
kann allen Kindern die gleichen Chancen und uneingeschränkte Teilhabe
garantieren.
Begründung
Im Wahlprogramm 2022 hieß es noch zurückhaltend: „Hemmnisse für den seit 2015 möglichen Umbau von Bekenntnisschulen in bekenntnisfreie Grundschulen werden wir abbauen.“ Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass dieses lokale Flickwerk nicht ausreicht. NRW leistet sich als eines der ganz wenigen Bundesländer noch immer den Anachronismus, Kinder bereits im Grundschulalter nach der Konfession ihrer Eltern in staatlich vollfinanzierten Bekenntnisschulen zu trennen und Lehrkräfte bei der Einstellung nach ihrem Taufschein zu selektieren. Das zementiert Ausgrenzung und torpediert massiv den elementaren Grundschul-Grundsatz „Kurze Beine, kurze Wege“. Wenn Kinder aus derselben Nachbarschaft nach Konfession getrennt auf entferntere Schulen verteilt werden, verkompliziert das die Schulentwicklungsplanung – insbesondere im ländlichen Raum – extrem und zwingt Familien zu völlig unnötigen Schulwegen. Gleichzeitig klären wir mit unserer Forderung nach einer explizit „konfessionell ungebundenen“ Gemeinschaftsschule eine historische Schieflage in NRW: Laut Landesverfassung orientiert sich unsere heutige Gemeinschaftsschule als historisches Überbleibsel der Nachkriegszeit formal noch immer an „christlichen Bildungs- und Kulturwerten“. Wir wollen dieses klerikale Überbleibsel überwinden und die wirklich neutrale, von allen Konfessionen ungebundene Schule endlich zur flächendeckenden Realität für alle Kinder in NRW machen.
Zustimmung
- Lisa Peters
- Lena Willeke
- Michael Breiman
- Stefan Weihrauch
- Heike Roebers
- Julia Schumacher
- Patrick Kloß
- Timo Runde
- Ragna Kirck
- Aeneas Niklas Marxen
- Anna Daphne Bamidis
- Reinhold Mentzel
- Alyssa Ammelung
- Jörg Nußbaumer
- Lars Frauenrath
- Anka Hauser
- Elisabeth Luft
- Petra Pinger
- Anne Roth
- Stefan Behrens
- Martin Herrndorf
- Lara Hölzer
- Kevin Liebig
- Martin Heinemann
- Anna Kings
- Stephan Eckstein
- Rita Lück
- Lis Dagny Ohlsen
- Jasper Schilder
- Amana Pak
- Peter Eisenhofer
- Reinhold Goss
- Nadine Löppenberg
- Michelle Achour
- Donna Gödde
- Benjamin Büttrich
- Nicole Hansen
- Sabine Keller
- Maria Beckermann
- Jan Hegger
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